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Situation in Hessen

Der demographische Wandel, d.h. die Veränderung der Bevölkerungsstruktur, betrifft neben Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auch den Bereich Tourismus. Da der Tourismus eine wesentliche Rolle für die Wirtschaft Hessens einnimmt, ist es wichtig, die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Tourismus in Hessen zu untersuchen.

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Hessen und hessische Destinationen
Quelle: ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH; Ramboll Management Consulting GmbH

Rolle des Tourismus in Hessen

7% der Arbeitnehmer Hessens sind direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig. Laut Statistischem Landesamt verzeichnete Hessen 2012 30 Mio. Übernachtungen alleine in meldepflichtigen Betrieben. Die Anzahl der Tagesreisen lag bei 226,9 Millionen. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Tourismus, gemessen an der Tourismusintensität (Übernachtungen pro 1.000 Einwohner in einem Jahr) unterscheidet sich je nach Destination sehr stark. Der hessenweite Durchschnitt liegt bei 4.943 Übernachtungen pro 1.000 Einwohner.

Nachfragerückgänge durch demographischen Wandel

Bei unveränderten Rahmenbedingungen wie beispielsweise dem Reiseverhalten ist bis 2025 mit einem Rückgang der Tagesausflüge in Hessen um 8,2 Mio. (4,5%) auf 173,3 Mio. zu rechnen. Bei den Übernachtungen wird der prognostizierte Rückgang um 830.000 bzw. 2,5% geringer ausfallen.

Destinationen in Hessen

Touristisch gliedert sich das Bundesland Hessen in elf Destinationen. Diese sind im Hinblick auf Fläche und Bevölkerungsdichte sehr verschieden. So befinden sich vier der fünf Großstädte des Landes in der Destination Frankfurt Rhein-Main. In fünf Destinationen gibt es hingegen keine Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern, was den ländlichen Charakter des Tourismuslandes Hessen verdeutlicht.

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Altersstruktur und Bevölkerungsdichte in den hessischen Destinationen
Quelle: ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH; Ramboll Management Consulting GmbH

Alterstruktur & Bevölkerungsdichte der Destinationen

Frankfurt Rhein-Main stellt mit 2,2 Mio. Einwohnern die bevölkerungsstärkste Destination dar. Am niedrigsten ist die Bevölkerungszahl im Westerwald und im Rheingau mit 62.000 bzw. 101.000 Einwohnern.

2009 war der Anteil der mindestens 65-Jährigen in Nordhessen mit 22% am höchsten. Die niedrigsten Werte hatten mit jeweils 19% die Destinationen Frankfurt Rhein-Main und Lahntal.

Die Unterschiede in Altersstruktur und Einwohnerzahlen der elf Destinationen werden sich bis 2025 weiterhin vergrößern.

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Entwicklung von Gesamtbevölkerung und Altersstruktur 2009-2025
Quelle: ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH; Ramboll Management Consulting GmbH

Entwicklung der Altersstruktur & Gesamtbevölkerung

Hessenweit wird der Anteil der über 65-Jährigen bis zum Jahr 2025 von 21% auf 25% steigen. Destinationen, in denen dieser Anstieg sehr stark ausfallen wird, sind Odenwald, Bergstraße, Spessart und Rheingau. Den größten Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung werden 2025 die Destinationen Nordhessen mit 28%, Vogelsberg mit 27% sowie Bergstraße, Odenwald und Westerwald mit je 26% aufweisen. Am geringsten werden die Werte in Frankfurt Rhein-Main und im Lahntal mit je 22% und 24% ausfallen.

Der Anteil der Erwerbspersonen (20-65 Jahre) wird bis 2025 am stärksten in Nordhessen (-13%) sinken. Danach folgen der Westerwald und der Vogelsberg mit 11% und 10%. In den Destinationen Frankfurt Rhein-Main, Taunus, Spessart und Rheingau wird der Rückgang unterdurchschnittlich ausfallen.

In Hessen insgesamt wird die Bevölkerung bis 2025 um 100.000 bzw. 2% zurückgehen. Die stärksten Verluste wird Nordhessen mit einem Minus von 9% verbuchen, gefolgt von Vogelsberg und Westerwald mit je 6%. Entgegen dem Trend werden Frankfurt Rhein-Main und der Taunus ein Wachstum um 2 bzw. 1% verzeichnen.

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Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Destinationen

Der demographische Wandel wird sich auf die einzelnen Destinationen unterschiedlich auswirken, wenn man die Veränderungen innerhalb der Gruppen der Gesamtbevölkerung, der Erwerbspersonen und der Personen über 65 Jahren berücksichtigt. Am stärksten betroffen sein werden in den genannten drei Gruppen Nordhessen, der Vogelsberg und der Westerwald. In den Destinationen Frankfurt Rhein-Main und Taunus werden die Auswirkungen des demographischen Wandels hingegen moderat ausfallen.

Die wichtigsten Quellmärkte - national

Nach Hessen ist Nordrhein-Westfalen der wichtigste Quellmarkt für den hessischen Tourismus. In Hessen insgesamt liegt die Zahl der Übernachtungen aus NRW aktuell bei 6,7 Mio. Die Zahl der Tagesreisen beträgt 27,2 Mio., die der Aufenthaltstage 33,9 Mio. Dies entspricht einem Anteil von 13%. Da es bis 2025 in NRW einen starken Rückgang in der Altersgruppe 20- bis 65-Jährigen geben wird, hat dies auch Auswirkungen auf Hessen als Reiseziel.

Der Anteil Bayerns an der touristischen Nachfrage in Hessen beläuft sich auf 4,4 Mio. Übernachtungen, 12,5 Mio. Tagesreisen und 16,9 Mio. Aufenthaltstage (6,5%). Deutschlandweit werden für Bayern die geringsten Auswirkungen durch den demographischen Wandel erwartet. Bis 2025 rechnet man sogar mit einem leichten Anstieg der Gesamtbevölkerung, aber gleichzeitig mit einem Rückgang bei den Erwerbspersonen.

Ein weiterer wichtiger Quellmarkt für den Tourismus in Hessen ist Baden-Württemberg mit 3,1 Mio. Übernachtungen, 12,9 Mio. Tagesreisenden und 16 Mio. Aufenthaltstagen (6,1%). Für Baden-Württemberg wird ebenfalls ein geringer Einfluss des demographischen Wandels vorausgesagt. Ähnlich wie für Bayern erwartet man auch hierfür bis 2025 einen Anstieg der Gesamtbevölkerung - bei gleichzeitiger Abnahme der Erwerbspersonen.

Die wichtigsten Quellmärkte – international

Der Anteil der touristischen Nachfrage in Hessen aus den Niederlanden liegt bei 0,8 Mio. Übernachtungen. Bis 2030 wird mit einem Wachstum der Gesamtbevölkerung in den Niederlanden gerechnet. Während der Anteil der über 65-Jährigen steigt, wird der Anteil der Personen zwischen 20 und 65 Jahren abnehmen.

Die USA erreichen ebenfalls eine Anzahl von 0,8 Mio. Übernachtungen in Hessen. In den USA wird die Bevölkerung bis 2030 durch Einwanderung und einen Geburtenüberschuss weiter ansteigen. Dies betrifft nicht nur die über 65-Jährigen, sondern auch die Personen im erwerbsfähigen Alter.

Großbritannien hat einen Anteil von 0,5 Mio. Übernachtungen an der touristischen Nachfrage in Hessen. Die Entwicklung der Gesamtbevölkerung und der Altersstruktur wird ähnlich wie in den USA verlaufen.

Weiterführende Informationen

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Broschüre „Tourismus 50plus"

Die Broschüre „Tourismus 50plus: Anforderungen erkennen – Wünsche erfüllen“ bietet touristischen Unternehmen zahlreiche Hinweise und gute Praxisbeispiele für den betrieblichen Umgang mit den Auswirkungen des demographischen Wandels. Hier geht´s zur Broschüre

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Demographie-Studie

Die Studie „Zukunftstrends im Tourismus – Wirtschaftliche Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Tourismus in Hessen“ wurde von der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH und der Rambøll Management Consulting GmbH im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung erstellt. Hier geht´s zur Studie